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Ohrgeräusche (Tinnitus) – Ursachen: Innere Krankheiten, Halswirbelsäule, Medikamente

Herz-Kreislauf-Probleme und Stoffwechselstörungen lösen manchmal auch Tinnitus aus. Außerdem kommen Schäden an der Halswirbelsäule oder Medikamente als mögliche Ursachen infrage
aktualisiert am 03.04.2017

Verspannt im Nacken und tinnitusgeplagt: Ohrgeräusche hängen manchmal auch mit Problemen an der Halswirbelsäule zusammen

PhotoDisc/RYF

Erkrankungen innerer Organe als Tinnitusauslöser

Nicht immer geht ein Tinnitus von Schäden unmittelbar im Ohrbereich aus. Um gut funktionieren zu können, müssen Hörorgan und Nervenbahnen im Gehirn über das Blut ausreichend mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt werden. Auch ein ausgeglichener Stoffwechsel ist wichtig.

Herz-Kreislauf-Erkrankungen spielen deshalb als Tinnitusverursacher mit eine Rolle. Ohrgeräusche treten manchmal im Rahmen etwa von Gefäßverkalkung (Arteriosklerose) und Herzrhythmusstörungen auf. Ebenso spielt ein zu niedriger oder zu hoher Blutdruck eine Rolle. Hier äußern sich die Geräusche oft als Ohrensausen.

Bei einem Blutdruckabfall im Stehen (orthostatische Hypotonie) kommen zum Ohrensausen häufig Schwindel, gegebenenfalls ein beschleunigter Pulsschlag. Manchmal werden die Betroffenen sogar ohnmächtig.

Blutarmut (Anämie) kann zu Sauerstoffmangel im Gehirn führen, der neben Schwindel mitunter auch Ohrgeräusche auslöst.

Stoffwechselstörungen wie Diabetes oder Fettstoffwechselprobleme wirken sich ebenfalls auf die Durchblutung des Gehirns aus.

Tinnitus bei Problemen an der Halswirbelsäule und im Kopf

Verändern sich die Ohrgeräusche bei Kopfbewegungen, ist auch an Störungen im Bereich der Halswirbelsäule zu denken. Tinnitus kann zum Beispiel infolge eines Schleudertraumas entstehen. Verletzungen oder Abnutzungserscheinungen an der Halswirbelsäule gelten ebenfalls als mögliche Auslöser. Wer verspannte Nackenmuskeln hat, nimmt bisweilen auch unangenehme Töne in Ohr und Kopf wahr. Es bestehen Verbindungen zwischen den Nerven im Bereich der Halswirbelsäule und den Hörarealen im Gehirn.

Nehmen die Ohrgeräusche zu beziehungsweise ab, wenn Mund oder Kiefergelenk bewegt werden, können Zahn- oder Kieferbeschwerden verantwortlich sein. Infrage kommen hier zum Beispiel Gebissfehlstellungen, Abnutzungserscheinungen im Kiefergelenk oder verspannte Kaumuskeln. Denn die Kiefergelenke sind eng mit den Ohrräumen verknüpft. Nächtliches Knirschen (Bruxismus) etwa als Ausdruck erhöhter seelischer Belastungen verstärkt mitunter den Tinnitus.

Entzündungen im Gehirn beeinflussen bisweilen auch die Hörverarbeitung. Hirntumore oder multiple Sklerose können unter anderem Tinnitus auslösen.

Medikamente, die Ohrgeräusche verursachen können

Eine Reihe von Medikamenten haben Nebenwirkungen, die sich auf das Hörsystem auswirken und manchmal Tinnitus hervorrufen. Hier seien nur einige Beispiele genannt:

  • Bestimmte Schmerz- und Rheumamedikamente führen in seltenen Fällen zu vorübergehenden Ohrgeräuschen. Das ist auch bei Acetylsalicylsäure möglich, allerdings nur in sehr hohen Dosierungen ab 2000 Milligramm. Sprechen sie darüber immer mit Ihrem Arzt.
  • Mittel gegen Malaria (zum Beispiel Chloroquin) kommen ebenfalls als Auslöser infrage.
  • Tinnitus ist möglich bei Medikamenten zur Behandlung von Depressionen, insbesondere bei trizyklischen Antidepressiva.
  • Eine seltene Nebenwirkung bestimmter wassertreibender Mittel (Diuretika) sind meist wieder heilbare Hörstörungen und Ohrgeräusche. Auch einige Bluthochdruckmedikamente, darunter ACE-Hemmer oder Betablocker, bewirken mitunter Ohrgeräusche.
  • Medikamente zur Chemotherapie sowie seltener verschriebene Antibiotika (Aminoglykoside) können unter Umständen das Innenohr angreifen und bleibende Beschwerden verursachen. Hier wird der Arzt jedoch in der Regel engmaschige Kontrollen durchführen.

Wenn Sie die Vermutung haben, Ihre Ohrgeräusche könnten mit einem Medikament zusammenhängen, das Sie einnehmen, fragen Sie Ihren Arzt um Rat. Setzen Sie kein Mittel, das er Ihnen verschrieben hat, ohne Rücksprache einfach ab.

Ursachen für einen objektiven Tinnitus

Nur in ganz wenigen Fällen kann der Arzt die Ohrgeräusche objektiv feststellen, sie also mit einem Stethoskop hören (siehe auch Kapitel "Diagnose"). So können zum Beispiel Gefäßfehlbildungen oder -neubildungen (Aneurysma, Angiom) im Ohrbereich pochende Geräusche (pulsatiler Tinnitus) erzeugen. Verengungen der Gefäße in der Nähe des Mittel- oder Innenohrs infolge einer Arteriosklerose oder der Halsgefäße aufgrund anderer Ursachen führen manchmal zu hörbaren Turbulenzen im Strömungsbereich. Ein gutartiger Tumor am Mittelohr (Glomustumor) löst ein im Rhythmus des Herzschlags pulsierendes Rauschen im Ohr und zunehmende Schwerhörigkeit aus.

In der Regel ist ein Tinnitus jedoch immer subjektiv, also für andere nicht wahrnehmbar.



Bildnachweis: PhotoDisc/RYF
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