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Ohrgeräusche (Tinnitus): Was Sie selbst tun können

Ein Tinnitus zeigt oft an, dass es etwas zu verändern gibt: Stress abbauen, sich vor Lärm schützen, Gesundheitsprobleme angehen – Sie können selbst viel tun und eine Therapie aktiv unterstützen
aktualisiert am 03.04.2017

Nicht überfordern, ausreichend entspannen – das ist gut für Körper und Seele

PhotoDisc/ RYF

Gelegentliche Ohrgeräusche: Was tun?

Wenn Sie manchmal Ohrgeräusche haben, die nach kurzer Zeit wieder verschwinden, sollten Sie das Symptom als Warnsignal Ihres Körpers und Ihrer Seele ernst nehmen. Fragen Sie sich, was Ihnen das Pfeifen, Rauschen oder Summen sagen will, und überlegen Sie, wie Sie mit Stress und Überforderungen besser umgehen könnten. Gönnen Sie sich zwischendurch immer wieder mal eine kurze Pause und meiden Sie übermäßigen Lärm und allzu laute Musik.

Setzt der Tinnitus sich fest, zeigt er sich in immer kürzeren Abständen oder tritt er plötzlich heftig auf, sollten Sie innerhalb von 24 Stunden zu einem Facharzt für Hals-Nasen-Ohren-Krankheiten gehen.

Wenn die Ohrgeräusche chronisch geworden sind

Wenn die ungebetenen Dauertöne sich dauerhaft einnisten, versuchen Sie zuerst, sie anzunehmen und mehr über sie zu erfahren. Lassen Sie sich eingehend von Ärzten und Psychologen, die auf Tinnitus spezialisiert sind, beraten. In einem weiteren Schritt gilt es, wenn nötig mit fachlicher Unterstützung, die ständigen inneren Geräusche in Ihr Alltagsleben mit einzubinden. Denn je mehr Aufmerksamkeit Sie dem Tinnitus schenken, desto mehr kann er Sie plagen. Familienmitglieder, Arbeitskollegen und Bekannte fühlen sich durch häufige Berichte über Ihre gesundheitlichen Sorgen oftmals überfordert. Sprechen Sie deshalb hauptsächlich mit ausgewählten Vertrauten, mit Fachleuten und mit anderen Betroffenen darüber, was Sie in Bezug auf den Tinnitus bedrückt.

Was im Umgang mit Tinnitus helfen kann

  • Lenken Sie sich mit angenehmen Aktivitäten von den inneren Tönen ab und versuchen Sie, auch unangenehme Dinge gelassen zu nehmen.
  • In Selbsthilfegruppen können sich die Teilnehmer gegenseitig unterstützen. Die Deutsche Tinnitus-Liga in Wuppertal bietet umfangreiche Informationen und persönliche Beratungen an (siehe Link unten).
  • Eine gesunde Lebensweise trägt dazu bei, besser mit bestehenden Ohrgeräuschen umzugehen beziehungsweise ihnen vorzubeugen. Dazu gehört, sich viel körperlich zu bewegen, sich ausgewogen zu ernähren. Vermeiden Sie Alkohol und geben Sie das Rauchen auf.
  • Stärken Sie Ihre Psyche und Ihr inneres Gleichgewicht. Das gelingt oft mit Entspannungsmethoden und Stressmanagement, zum Beispiel unter Anleitung in speziellen Kursen.
  • Verhaltenstherapeutische Programme bieten bei chronischen Ohrgeräuschen, aber auch schon in der Anfangsphase eines Tinnitus wertvolle Unterstützung und verhindern, dass die Tinnitusbelastung überhandnimmt. Einige Forschungsinstitute haben computergestützte Selbsthilfeverfahren auf Grundlage kognitiver Verhaltenstherapien entwickelt. Mit diesen können Betroffene auch zu Hause üben. 
  • Vielfach hilft eine psychotherapeutische Beratung zudem, den inneren Knoten und tiefergehende Probleme zu lösen.
  • Nehmen Sie bestehende gesundheitliche Störungen, die auch Ihre Hörempfindungen beeinflussen, ernst. Lassen Sie die vom Arzt verordneten und empfohlenen Behandlungsmaßnahmen, etwa für Herz-Kreislauf-Probleme, Diabetes, Stoffwechselerkrankungen, nicht schleifen.
  • Halten Sie aber vor allem Faktoren, die das Gehör zusätzlich belasten oder nachhaltig schädigen können, gering. Das ist in erster Linie Lärm.
  • Lärmschutz ist für bestimmte Berufsgruppen unerlässlich. Zunehmend leiden auch junge Menschen unter bleibender Schwerhörigkeit, oft verbunden mit Ohrgeräuschen. Der Grund ist überlaute Musik, sei es über Kopfhörer oder in der Diskothek. Der beste Schutz für ihr Gehör heißt deshalb: Runter mit der Lautstärke.


Bildnachweis: PhotoDisc/ RYF
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